AP1Lernzentrum · FISI
01

Hardware & Bootvorgang

Komponenten eines PCs, Schnittstellen, der Ablauf beim Einschalten und die gängigen Arbeitsplatzmodelle — das Grundgerüst, auf dem fast jede Auswahl- und Konfigurationsaufgabe aufbaut.

Die wichtigsten Komponenten

  • CPU: führt Befehle aus. Physische Kerne sind echte Recheneinheiten, logische Prozessoren ermöglichen parallele Threads pro Kern.
  • Cache: sehr schneller Zwischenspeicher nahe der CPU, reduziert langsame RAM-Zugriffe.
  • RAM: flüchtiger Arbeitsspeicher. Dual Channel funktioniert nur, wenn passende Module in den vom Mainboard-Handbuch vorgesehenen Slots stecken.
  • SSD: SATA ist eine Schnittstelle/ein Protokoll, M.2 zunächst nur eine Bauform — eine M.2-SSD kann SATA oder NVMe/PCIe nutzen.
  • Netzteil: muss die maximale Leistungsaufnahme aller Komponenten plus Reserve liefern.
AnschlussTypische NutzungPrüfungsmerkmal
RJ45EthernetNetzwerk, nicht „Internetanschluss“
USB-APeripherienicht beidseitig steckbar
USB-CDaten, Strom, ggf. BildSteckerform sagt nichts über Datenrate
HDMIBild und TonUnterhaltung/Monitore
DisplayPortBild und Tonoft MST/Daisy Chaining
DVIüberwiegend Bildälter, digital/analog je Variante

Bootvorgang — Schritt für Schritt

  1. Power-On: Netzteil versorgt alle Komponenten, Spannungswandler stabilisieren die Zufuhr.
  2. CPU startet BIOS/UEFI: Firmware auf dem Mainboard initialisiert das System.
  3. POST (Power-On Self-Test): CPU, RAM, Grafikkarte und Laufwerke werden geprüft; Fehler äußern sich als Beep-Codes.
  4. Bootloader wird geladen: BIOS über MBR/Bootsektor, UEFI über eine EFI-Anwendung aus der EFI-Systempartition.
  5. Kernel wird geladen: das Herzstück des Betriebssystems steuert Hardware-Kommunikation, Prozesse und Ressourcen.
  6. Treiber & Dienste starten, Sicherheitsfunktionen aktivieren.
  7. Benutzeroberfläche startet (Explorer, Gnome/KDE, Finder) und der Anmeldebildschirm erscheint.
  8. Autostart-Programme & Hintergrunddienste werden aktiviert.
Generation 2 (UEFI) bringt Secure Boot und TPM-Unterstützung mit — Generation 1 (Legacy BIOS) ist für ältere, nicht UEFI-fähige Systeme gedacht.

Arbeitsplatzmodelle im Vergleich

ModellVorteilNachteil
Desktopgut erweiterbar, meist gutes Preis-Leistungs-Verhältnisortsgebunden
Notebookmobil, integrierteingeschränkt aufrüstbar
Thin Clientzentrale Verwaltung, geringer lokaler Bedarfbraucht zuverlässige Server-/Netzinfrastruktur
All-in-Onewenig Platz und Kabelschlechter erweiterbar/reparierbar

In der AP1 wird eine Auswahl über Muss-Kriterien, laufende Kosten und eine Nutzwertanalyse begründet: Muss-Kriterien markieren → Werte/Einheiten übernehmen → Kompatibilität prüfen (Bauform, Steckplatz, Protokoll, Leistung) → Vorteil immer auf den Kundenfall beziehen → bei Nachteilen eine reale Einschränkung nennen, keine bloße Umkehrung des Vorteils.

Technische Standardwerte

AngabeBedeutung
1 Hzein Takt/Ereignis pro Sekunde
1 GHz1.000.000.000 Hz
1 Byte8 bit
1 KiB / MiB / GiBje × 1.024 der kleineren Einheit
USB 2.0theoretisch bis 480 Mbit/s
Gigabit-Ethernettheoretisch 1.000 Mbit/s
SATA IIItheoretisch 6 Gbit/s
Beispiel: Netzteilauswahl mit Pufferzuschlag

Komponenten benötigen zusammen 420 W, gefordert sind 20 % Reserve:

420 W × 1,20 = 504 W

Bei verfügbaren Stufen von 500 W und 550 W muss auf 550 W aufgerundet werden — eine verfügbare Stufe darf den Mindestbedarf nie unterschreiten.

Beispiel: theoretische SATA-Übertragungsrate in MB/s
6 Gbit/s = 6.000 Mbit/s 6.000 Mbit/s ÷ 8 = 750 MB/s

Ein theoretischer Leitungswert — Protokollaufwand und Gerätebegrenzungen senken die reale Nutzdatenrate.

02

Zahlensysteme

Binär, Oktal, Dezimal und Hexadezimal — vier Wege, dieselbe Zahl darzustellen. Die IT nutzt sie für Bits, Unix-Rechte, Alltagszahlen und Speicheradressen/Farben.

SystemBasisZiffernTypischer IT-Bezug
Binär20–1Bits, Masken, Zustände
Oktal80–7Unix-Rechte, 3-Bit-Gruppen
Dezimal100–9Alltag
Hexadezimal160–9, A–FIPv6, MAC, RGB, Speicheradressen

Die Basis gehört zur Zahl: 17₈ = 15₁₀, aber 17₁₆ = 23₁₀. Der Wert einer Ziffer ist immer Ziffer × Basis^Stelle, die Stelle wird von rechts mit 0 beginnend gezählt.

Umrechnung in Dezimal (Stellenwertmethode)

BeispielRechnungErgebnis
Binär 11010110₂128+64+16+4+2214₁₀
Oktal 157₈1×64 + 5×8 + 7×1111₁₀
Hex 2F₁₆2×16 + 15×147₁₀
Hex 3A7₁₆3×256 + 10×16 + 7935₁₀

Umrechnung von Dezimal (fortgesetzte Division)

Wiederholt ganzzahlig durch die Basis teilen, Reste von unten nach oben lesen.

Beispiel: 254₁₀ nach Hexadezimal
254 ÷ 16 = 15 Rest 14 (E) 15 ÷ 16 = 0 Rest 15 (F)

Ergebnis: FE₁₆. Kontrolle: 15×16 + 14 = 254.

Beispiel: 111₁₀ nach Oktal
111 ÷ 8 = 13 Rest 7 13 ÷ 8 = 1 Rest 5 1 ÷ 8 = 0 Rest 1

Ergebnis: 157₈.

Beispiel: 17₁₀ nach Binär (zwei Methoden)

Division durch 2:

17/2=8 Rest 1 → 8/2=4 Rest 0 → 4/2=2 Rest 0 → 2/2=1 Rest 0 → 1/2=0 Rest 1

Von unten gelesen: 10001₂

Zweierpotenzen-Methode (45₁₀): größte passende Potenzen abziehen — 45 = 32+8+4+1 → 101101₂

Direkte Umwandlung über Binärgruppen

Da 8 = 2³ und 16 = 2⁴, entspricht eine Oktalziffer genau drei Bit, eine Hexziffer genau vier Bit — Umrechnung ohne Umweg über Dezimal.

Binär → Oktal (3er-Gruppen von rechts): 10 111 001₂ → 010 111 001₂ → 271₈ Binär → Hex (4er-Gruppen von rechts): 1101 0110₂ → D6₁₆ Oktal ↔ Hex: immer über Binär als Zwischenschritt

Anwendungen

  • Unix-Rechte: rwx = 7, r-x = 5, r-- = 4 → rwxr-xr-- = 754.
  • RGB-Farben: #RRGGBB, jedes Paar von 00₁₆ (0) bis FF₁₆ (255) — zwei Hexziffern = genau 1 Byte.
Führende Nullen nicht weglassen: 204₈ = 2×64 + 0×8 + 4×1 = 132₁₀ — die Null hält eine Stelle frei.
03

Logische Grundlagen

Wahrheitstabellen zeigen systematisch, wann eine logische Verknüpfung wahr (1) oder falsch (0) ist. Computer arbeiten intern ausschließlich mit diesen beiden Zuständen.

OperatorSchreibweiseRegel
KonjunktionA ∧ Bwahr nur wenn beide wahr sind
DisjunktionA ∨ Bwahr wenn mindestens eine wahr ist
Negation¬Akehrt den Wahrheitswert um
XORA ⊕ Bwahr wenn genau eine von beiden wahr ist
ImplikationA → Bnur falsch wenn A wahr und B falsch
ÄquivalenzA ↔ Bwahr wenn beide denselben Wert haben
Implikation A → B ist immer wahr, wenn A bereits falsch ist — eine falsche Voraussetzung sagt nichts über die Folgerung aus. Sie verbietet nur den Fall „A wahr, B falsch“.
Beispiel: Implikation im Alltag

A: „Es regnet.“ B: „Die Straße ist nass.“ → „Wenn es regnet, dann ist die Straße nass.“

Die Aussage ist nur dann falsch, wenn es regnet und die Straße trotzdem trocken bleibt. In allen anderen drei Kombinationen ist sie wahr.

Kombinierte Ausdrücke

Bei mehreren Operatoren wird spaltenweise vorgegangen: erst die Teilausdrücke in Hilfsspalten berechnen, dann die äußere Verknüpfung.

ABCA ∧ B(A ∧ B) ∨ C
00000
00101
01000
01101
10000
10101
11011
11111

Praxis: bitweises UND bei der Subnetzberechnung

Rechner ermitteln die Netzadresse, indem IP-Adresse und Subnetzmaske Bit für Bit UND-verknüpft werden. So wird geprüft, ob ein Ziel im gleichen Subnetz liegt.

Beispiel: liegt 172.16.35.117 im selben Netz wie 172.16.35.94/27?
Host 10101100.00010000.00100011.01011110 Maske 11111111.11111111.11111111.11100000 UND → 10101100.00010000.00100011.01000000 = 172.16.35.64 Ziel 10101100.00010000.00100011.01110101 Maske 11111111.11111111.11111111.11100000 UND → 10101100.00010000.00100011.01100000 = 172.16.35.96

Unterschiedliche Netzadressen → das Ziel liegt nicht im selben Subnetz.

04

Netzwerke & IP-Adressen

Subnetting, Dienste zur Fehlersuche und das OSI-Modell als Denkraster — plus die binäre Rechenlogik dahinter.

Grundformeln zum Subnetting

Hostbits = 32 − Präfix Adressen insgesamt = 2^Hostbits klassisch nutzbare Hosts = 2^Hostbits − 2 (Netz- und Broadcastadresse abgezogen) Blockgröße = 256 − Maskenwert im interessanten Oktett
PräfixMaskeAdressennutzbare HostsBlockgröße
/24255.255.255.0256254256
/25255.255.255.128128126128
/26255.255.255.192646264
/27255.255.255.224323032
/28255.255.255.240161416
/29255.255.255.248868
/30255.255.255.252424
Beispiel: vollständiges Subnetting für 192.168.10.77/27
Hostbits: 32 − 27 = 5 → Adressen: 2^5 = 32 → nutzbar: 30 Maske: /27 = 255.255.255.224 → Blockgröße: 256 − 224 = 32 Netze beginnen bei 0, 32, 64, 96 … → 77 liegt im Block 64–95

Netzadresse: 192.168.10.64 · Broadcast: 192.168.10.95 · Hostbereich: 192.168.10.65 – .94

Dienste & Diagnose

BegriffAufgabeTypische Prüfung
DHCPvergibt IP-KonfigurationAdresse, Maske, Gateway, DNS
DNSNamen ↔ IP-Adressennslookup, falscher DNS
ARPIPv4-Adresse ↔ MAC im LANARP-Tabelle vs. Neighbor Discovery
GatewayWeg in fremde Netzegleiche lokale Range nötig
PingErreichbarkeit/LatenzVerlust und Schwankung interpretieren

OSI als Fehlersuchmodell

  1. Medium/Link: Kabel, Port, WLAN-Signal
  2. Sicherung: MAC, Switch, VLAN
  3. Vermittlung: IP, Maske, Gateway, Routing
  4. Transport: TCP/UDP, Port
  5. 5–7: Sitzung/Darstellung/Anwendung — Dienst, DNS, Zertifikat, Anwendung

Standard-Vorgehen: Fehlerbild klären → Link/Kabel/Port prüfen → lokale IP-Konfiguration anzeigen → Loopback → eigene IP → Gateway → entfernte IP testen → erst danach DNS/Anwendung → Änderung dokumentieren.

IPv6 kompakt

128 Bit, hexadezimale Schreibweise, kein Broadcast, automatische link-lokale Adresse fe80::/10. Kombinierter Betrieb mit IPv4 typischerweise per Dual Stack. Eine Hexziffer entspricht 4 Bit — fe80 sind vier Hexziffern = 16 Bit. Die gekürzte Adresse fe80::1 wird zu fe80:0000:0000:0000:0000:0000:0000:0001 erweitert.

Eine fe80::-Adresse ist automatisch vergeben und allein kein Nachweis für eine funktionierende Internetverbindung.
05

Datenmengen & Datenübertragung

Der Klassiker jeder AP1: Dezimal- gegen Binärpräfixe, und wie man Datenmenge, Datenrate und Zeit sauber ineinander umrechnet.

PräfixDezimal (SI)Binär (IEC)
Kilo1 kB = 1.000 Byte (10³)1 KiB = 1.024 Byte (2¹⁰)
Mega1 MB = 1.000.000 Byte (10⁶)1 MiB = 1.048.576 Byte (2²⁰)
Giga1 GB = 10⁹ Byte1 GiB = 1.073.741.824 Byte (2³⁰)
Tera1 TB = 10¹² Byte1 TiB = 2⁴⁰ Byte
Festplattenhersteller rechnen dezimal, Betriebssysteme binär: eine 1-TB-Platte (10¹² Byte) zeigt im OS nur rund 931 GiB — oft fälschlich als „931 GB“ angezeigt.

Universeller Rechenweg

  1. Gesucht und Einheit notieren
  2. Gegebenes mit Einheiten auflisten
  3. Formel aufstellen, Werte einsetzen
  4. Einheiten umwandeln — besonders Bit/Byte und Sekunde/Stunde
  5. Erst am Ende runden
  6. Plausibilität und geforderte Einheit prüfen
Zeit = Datenmenge ÷ Datenrate Datenmenge = Datenrate × Zeit Datenrate = Datenmenge ÷ Zeit
Beispiel: Downloadzeit — 5 MiB bei 56 kbit/s
5 MiB × 1024 × 1024 × 8 = 41.943.040 bit 56 kbit/s × 1000 = 56.000 bit/s 41.943.040 bit / 56.000 bit/s = 748,98 s 748,98 s ÷ 60 = 12 min 29 s
Beispiel: 100 MiByte über VDSL (100/40 Mbit/s) — Upload zählt!

Für einen Upload zur Cloud zählt die Upload-Rate, nicht die Downloadrate — ein häufiger Fehler.

100 MiByte = 100 × 1.024 × 1.024 Byte 100 × 1.024 × 1.024 × 8 Bit ÷ 40.000.000 Bit/s = 20,97 s

Auf volle Sekunden aufgerundet: 21 Sekunden.

  • Mbit/s ohne Division durch 8 als MB/s verwenden
  • GB und GiB gleichsetzen
  • vor dem letzten Schritt runden statt am Ende
06

Bildgröße berechnen

Pixel, dpi/ppi, Farbtiefe — und wie aus einem analogen Maß in cm eine digitale Datenmenge in Bit wird.

  • Digitale Bildgröße: in Pixel (px) angegeben, z. B. 1920 × 1080 px — dpi spielt hier keine Rolle.
  • Analoge Bildgröße: in Zentimetern, z. B. 20 × 15 cm.
  • dpi (dots per inch): Druckpunkte pro Zoll — die Brücke zwischen beiden Welten, relevant beim Scannen/Drucken.
  • ppi (pixels per inch): genaugenommen der korrekte Begriff für digitale Bilder; IHK-Prüfungen nutzen aber meist „dpi“.
FarbtiefeMögliche Farben
1 Bit2 (Schwarz/Weiß)
8 Bit256
24 Bitca. 16,7 Millionen
Faustformel: (Höhe × dpi) × (Breite × dpi) × Farbtiefe in Bit = Größe in Bit 1 inch = 2,54 cm
Beispiel: 20 × 10 cm, 300 dpi, 24 Bit → Größe in MiB
20 cm / 2,54 = 7,87 inch 10 cm / 2,54 = 3,94 inch 7,87 × 300 = 2361 Pixel 3,94 × 300 = 1182 Pixel 2361 × 1182 × 24 Bit = 66.976.848 Bit 66.976.848 / 8 / 1024² = 7,984 MiB

Gerundet: 8 MiB.

Beispiel: RGB-Bild 1920×1080, 24 Bit — unkomprimierte Datenmenge
1.920 × 1.080 × 24 Bit = 49.766.400 Bit 49.766.400 / 8 = 6.220.800 Byte ≈ 5,93 MiB

Metadaten, Dateiformat und Kompression sind hier bewusst nicht berücksichtigt.

Bei RGB nicht nur einmal 2^8 rechnen — es sind drei Kanäle: 2^8 × 2^8 × 2^8 = 2^24 = 16.777.216 Farben.
07

Elektrische Grundlagen & Rechnen

Spannung, Strom, Leistung, Energie, Wirkungsgrad — die Formeln, die in fast jeder Netzteil-, Stromkosten- und USV-Aufgabe stecken.

GrößeZeichenEinheit
SpannungUVolt (V) — „Antrieb“ für den Strom
StromstärkeIAmpere (A) — Ladungsfluss
WiderstandROhm (Ω) — hemmt den Stromfluss
LeistungPWatt (W) — Energie pro Zeit
EnergieEWattstunde (Wh) / Kilowattstunde (kWh)
Ohmsches Gesetz: U = R × I I = U ÷ R R = U ÷ I Elektrische Leistung: P = U × I U = P ÷ I I = P ÷ U Energie: E = P × t Wirkungsgrad: η = P_ab ÷ P_zu → P_zu = P_ab ÷ η Akku-Energie: E = Q(Ah) × U(V) Überbrückungszeit t = E(Wh) ÷ P(W)

Gleichstrom (DC) fließt immer in eine Richtung (Handys, Laptops, LEDs). Wechselstrom (AC) wechselt periodisch die Richtung (Europa: 50 Hz) und lässt sich verlustarm über große Entfernungen transportieren — deshalb das Stromnetz.

Beispiel: Stromkosten eines PCs übers Jahr

650-W-Netzteil, 90 % Wirkungsgrad, 50 % Auslastung, 200 Tage × 9 h, 0,40 €/kWh:

650 W × 0,5 × (1/0,90) = 361,11 W 361,11 W × 200 × 9 = 650.000 Wh = 650 kWh 650 kWh × 0,40 €/kWh = 260,00 €/Jahr
Beispiel: USV-Überbrückungszeit

10 Server à 750 W, 8 Akkus à 200 Ah / 12 V:

P = 10 × 750 W = 7.500 W Q = 8 × 200 Ah = 1.600 Ah E = 1.600 Ah × 12 V = 19.200 Wh t = E / P = 19.200 Wh / 7.500 W = 2,56 h = 2 Std. 33 Min
Beispiel: PoE-Standard und Stromstärke

Eine Kamera zieht max. 24 W bei 48 V PoE. Formel P = U × I umstellen:

I = P / U = 24 W / 48 V = 0,5 A = 500 mA

24 W liegt im Bereich 12,95–25,50 W → Standard IEEE 802.3at.

08

Speicher: HDD, SSD & Datensicherung

Wie Daten physisch abgelegt werden, warum SSDs anders altern als Festplatten — und wie man sie regelmäßig sichert.

HDD vs. SSD

  • HDD: Daten magnetisch auf rotierenden Scheiben, beweglicher Schreib-/Lesekopf. Speicherung in Sektoren (512 oder 4096 Byte), mehrere Sektoren bilden einen Cluster — die kleinste Zuordnungseinheit des Dateisystems.
  • SSD: Daten elektrisch in Flash-Zellen, keine beweglichen Teile. Interne Einheiten: Pages (meist 4 KB) und Blocks (viele Pages).

Flash-Speicher kann seitenweise beschrieben, aber nur blockweise gelöscht werden. Deshalb übernimmt der SSD-Controller drei Aufgaben:

  • Wear Leveling: verteilt Schreibzugriffe gleichmäßig, verlängert die Lebensdauer.
  • Garbage Collection: räumt ungenutzte Blöcke im Hintergrund auf.
  • TRIM: informiert die SSD, welche Bereiche nach dem Löschen nicht mehr gebraucht werden.
Fragmentierung kostet bei HDDs Zugriffszeit (der Kopf muss mehr fahren), ist bei SSDs aber praktisch irrelevant — deshalb werden SSDs nicht defragmentiert.

Wie der Computer eine Datei findet

Das Dateisystem verwaltet alle Dateien in Tabellen — MFT (Master File Table) bei NTFS, FAT bei FAT32. Darin stehen Dateiname, Cluster-Speicherorte, Größe, Datum und Rechte.

Datensicherung / Backup

Ziel: Daten zeitnah wiederherstellen können, falls sie verloren gehen — durch redundante, mehrfache Speicherung.

MethodePrinzipSpeicherbedarf
Vollsicherungkomplettes Backup aller ausgewählten Datenam höchsten
Differentiellnur Änderungen seit dem letzten Vollbackup; Backups bauen nicht aufeinander aufmittel
Inkrementellnur Änderungen seit der letzten Sicherung (voll oder inkrementell)am geringsten, am schnellsten
Bei Datenverlust: Differentiell → letztes Vollbackup + ein differentielles Backup genügen. Inkrementell → Vollbackup + alle inkrementellen Backups in der richtigen Reihenfolge zurückspielen.

Ursachen für Datenverlust

Hardware-Fehler, menschliches Versagen, Software-Fehler, Schadsoftware/Ransomware, physische Schäden (Feuer, Wasser, Stromausfall), Diebstahl oder Verlust.

3-2-1-Regel: drei Datenkopien, zwei unterschiedliche Speichermedien, eine Kopie räumlich getrennt aufbewahrt.
09

RAID-Systeme

Redundant Array of Independent Disks — mehrere Laufwerke zu einem logischen Verbund zusammengefasst. Je nach Level stehen Geschwindigkeit, Kapazität oder Ausfallsicherheit im Vordergrund.

RAID erhöht je nach Level die Verfügbarkeit oder Leistung. RAID ersetzt niemals eine Datensicherung.

Grundprinzipien

  • Striping: Datenblöcke auf mehrere Laufwerke verteilt → mehr Leistung, aber keine Redundanz.
  • Mirroring: identische Kopien auf mehreren Laufwerken → fällt ein Spiegel aus, bleibt die volle Kopie erhalten.
  • Parität: zusätzliche Information zur Rekonstruktion bei einem zulässigen Laufwerksausfall (vereinfachtes XOR-Prinzip).
RAIDPrinzipMinimumNutzbare KapazitätTolerierbarer Ausfall
RAID 0Striping2n × Skeiner
RAID 1Mirroring2S (bei 2 Laufwerken)1 (bei 2 Laufwerken)
RAID 5Striping + einfache Parität3(n − 1) × S1 Laufwerk
RAID 6Striping + doppelte Parität4(n − 2) × S2 Laufwerke
RAID 10gespiegelte Paare + Striping4 (gerade)(n ÷ 2) × Sabhängig von betroffenen Paaren

n = Anzahl der Laufwerke, S = Kapazität des kleinsten Laufwerks (vereinfachte Annahme: alle gleich groß). Bei gemischten Größen bestimmt in einfachen Prüfungsaufgaben das kleinste Laufwerk die anrechenbare Kapazität jedes Mitglieds.

Beispiele: nutzbare Kapazität je Level
RAID 0, 4× 2 TB: 4 × 2 TB = 8 TB RAID 1, 2× 4 TB: 4 TB nutzbar (von 8 TB Rohkapazität) RAID 5, 4× 3 TB: (4−1) × 3 TB = 9 TB RAID 6, 6× 4 TB: (6−2) × 4 TB = 16 TB RAID 10, 6× 2 TB: (6÷2) × 2 TB = 6 TB

Wichtig bei RAID 10

Mindestens ein Laufwerk darf ausfallen. Mehrere Ausfälle sind nur überlebbar, wenn nicht beide Laufwerke desselben Spiegelpaares betroffen sind.

Rebuild & Hot Spare

  1. Überwachung meldet den Fehler.
  2. RAID arbeitet — sofern der Level es toleriert — degraded weiter.
  3. Defektes Laufwerk wird identifiziert und ersetzt.
  4. Rebuild rekonstruiert Daten/Parität.
  5. Danach ist die vorgesehene Redundanz wiederhergestellt.

Ein Hot Spare verkürzt die Zeit bis zum Rebuild-Start, erhöht aber nicht die normale nutzbare Kapazität. Während eines Rebuilds sind Leistung und Ausfallsicherheit reduziert.

Auswahlhilfe

AnforderungPassende Überlegung
maximale Kapazität/Leistung, Daten entbehrlichRAID 0
einfache Spiegelung mit zwei LaufwerkenRAID 1
guter Kapazitätskompromiss, ein Ausfall tolerierbarRAID 5
zwei Ausfälle sollen toleriert werdenRAID 6
hohe Leistung + Spiegelung, 50 % Kapazität akzeptabelRAID 10
Pauschale Aussagen wie „Hardware-RAID ist immer schneller“ sind nicht zuverlässig — die reale Leistung hängt von Produkt, Controller, Cache, Laufwerken, OS und Arbeitslast ab.
10

IP-Adressen: Subnetz-Trainer

Zu einer IPv4-Adresse und einer Präfixlänge (CIDR) Subnetzmaske, Netzadresse, Broadcastadresse sowie erste und letzte nutzbare Adresse bestimmen — mit Punktzählung, Streak und einstellbarem Schwierigkeitsgrad.

1. Oktett 2. Oktett 3. Oktett 4. Oktett

Aufgabe lösen

— /— (— mögliche Hosts)

Statistik & Optionen

0
Punkte
0
Serie
0
Bestwert
Zeit: 00:00
Runde: 0
Wie die Punktzahl zustande kommt
  • 5 Prüfungen: Maske, Netz, Broadcast, erste, letzte Adresse.
  • +1 Punkt je korrekter Angabe (max. +5 pro Runde).
  • Serie +1 nur, wenn alle fünf im ersten Versuch stimmen.

Übungsaufgaben

Trag deine Antwort ein, rechne auf Papier — und klapp danach die Lösung mit Rechenweg auf.